Charity-Tennis in Hamburg: Ein Tag voller Herz & Gemeinschaft
Es war ein Anruf, der mehr ins Rollen brachte als nur ein Event.
Kerstin Petermann rief mich an, voller Energie in der Stimme. Sie erzählte vom geplanten Charity-Tennis-Event von PADOC, gemeinsam mit Viva con Agua und Hanseatic Help. Am Ende des Gesprächs kam die Frage, die hängen blieb:
„Sven, kannst du dir vorstellen, das Event fotografisch zu begleiten – in deinem Style?“
Für mich war sofort klar: Hier geht es nicht um Zahlen oder Budgets. Es geht um Herzblut. Und da war meine Antwort eindeutig: Ja.
Ein Tag, bei dem Geld keine Rolle spielt
Als Unternehmensfotograf bewege ich mich häufig in der Welt von Budgets, Zielgruppen und Markenstrategien. Bei diesem Projekt war es anders. Kein Honorar, keine klassischen KPIs, sondern etwas, das weit mehr zählt: gelebtes Engagement.
Solche Momente erinnern mich daran, warum ich diesen Beruf liebe. Ich darf Geschichten sichtbar machen, die berühren. Geschichten, die Menschen zusammenbringen. Für mich war das Charity-Tennis nicht einfach nur ein Auftrag, sondern eine Herzensangelegenheit.
Und vielleicht berührte mich dieser Tag deshalb so sehr – weil ich selbst erfahren habe, wie wertvoll Unterstützung ist, die nichts kostet außer Vertrauen. Auch ich durfte schon erleben, dass Menschen mir ohne Erwartung geholfen haben. Genau dieses Gefühl von Dankbarkeit war an diesem Tag allgegenwärtig.
Die Location – Sport als Bühne für Gemeinschaft
Der ETV Hamburg e. V. war an diesem Tag weit mehr als eine Sportstätte. Er wurde zum Schauplatz für Begegnungen, Emotionen und gemeinsames Engagement. Schon beim Ankommen spürte man, dass die Anlage mehr bot als weiße Linien und ein Spielfeld – sie schuf einen Rahmen, in dem Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenfinden konnten.
Die großzügigen Plätze mit ihrem hellen Boden reflektierten das Licht und verliehen dem Geschehen eine fast festliche Atmosphäre. Man hörte das rhythmische Klacken der Schläger, das kurze Aufprallen der Bälle – doch dazwischen mischte sich immer wieder Gelächter, Stimmengewirr und Applaus. Als Fotograf war das für mich ein Soundteppich, der die Energie des Tages perfekt widerspiegelte.
Was mich besonders beeindruckte: Die Architektur des Vereins ließ Nähe entstehen. Keine abgetrennten VIP-Bereiche, keine unüberwindbaren Barrieren. Stattdessen ein Ort, an dem man sich frei bewegen konnte. Spielerinnen, Kinder, Unterstützerinnen, Gäste – alle begegneten sich auf Augenhöhe. Ich konnte mich mit der Kamera unauffällig zwischen den Gruppen bewegen und genau diese Nähe in Bildern festhalten.
Die Tennisplätze selbst wurden zu einer echten Bühne. Normalerweise trennt der Sport: Sieger und Verlierer, Spieler und Publikum. Doch an diesem Tag war das anders. Jeder Ballwechsel war begleitet von einem kollektiven Mitfiebern, jeder Applaus galt nicht nur der sportlichen Leistung, sondern auch dem Miteinander.
Und dann waren da die vielen kleinen Szenen, die die Atmosphäre greifbar machten: Familien, die gemeinsam auf der Tribüne saßen. Freiwillige, die Getränke verteilten. Kinder mit St.-Pauli-Shirts, die ihr Eis schleckten und mit glänzenden Augen das Geschehen verfolgten. Diese Mischung aus Sport und Alltagsmomenten machte die Location so besonders – sie war nicht nur ein Austragungsort, sondern ein lebendiger Treffpunkt.
Für mich als Reportagefotograf war der ETV Hamburg e. V. ein Paradebeispiel dafür, wie Räume Geschichten beeinflussen können. Die Location war nicht nur Kulisse, sondern aktiver Teil des Erlebens. Sie bot nicht nur Platz für Matches, sondern auch für Menschlichkeit. Und genau das ist es, was ich mit meiner Kamera einfangen wollte: die Transformation eines Sportgeländes in eine Bühne für Gemeinschaft und Herzblut.
Die Magie liegt zwischen den Programmpunkten
Offizielle Abläufe geben einem Event Struktur. Doch als Reportagefotograf weiß ich: Die wahre Geschichte passiert selten genau dann, wenn das Mikrofon eingeschaltet wird oder der Applaus offiziell eingeplant ist. Sie entfaltet sich in den stillen, unscheinbaren Momenten dazwischen.
Da war die Spielerin, die nach einem langen Ballwechsel erschöpft zusammensank, nur um Sekunden später herzhaft zu lachen – gemeinsam mit ihrer Gegnerin, die eben noch auf der anderen Seite des Netzes stand. Es war ein Lachen, das zeigte: Hier geht es nicht ums Gewinnen oder Verlieren, sondern ums Miteinander.
Am Spielfeldrand entstanden Szenen, die ebenso wichtig waren wie die Matches selbst. Kinder mit St.-Pauli-Shirts schleckten Eis, völlig versunken in ihr eigenes Glück, während sie gleichzeitig gespannt das Geschehen verfolgten. Freiwillige liefen geschäftig hin und her, gaben Wasser aus, wechselten ein paar Worte mit den Gästen. Menschen begrüßten sich herzlich, umarmten sich, lachten.
Ich erinnere mich auch an kleine Gesten, die oft unbeachtet bleiben: eine Hand, die auf eine Schulter gelegt wird, um Mut zu machen. Zwei Menschen, die sich zum ersten Mal begegnen und sich sofort umarmen, als wären sie alte Freunde. Augen, die glänzten, wenn über die Arbeit der Initiativen gesprochen wurde.
Für mich als Fotograf sind es diese Zwischentöne, die den Charakter einer Veranstaltung sichtbar machen. Die geplanten Programmpunkte erzählen die Fakten – die Szenen dazwischen erzählen die Seele. Und genau dort liegt der Unterschied zwischen einem Bild, das dokumentiert, und einem Bild, das berührt.
Ich bewege mich dabei bewusst leise durch die Menge, fast unsichtbar, mit meiner Kamera immer bereit. So kann ich Situationen einfangen, ohne sie zu stören oder zu verfälschen. Es ist wie eine stille Beobachtung: das richtige Timing, der Blick für Details, die andere vielleicht übersehen.
Und wenn ich später die Bilder auf meinem Bildschirm sehe, dann spüre ich wieder genau das: die Magie dieser ungestellten Augenblicke. Sie sind es, die bleiben – nicht nur in meinen Fotos, sondern auch in der Erinnerung aller, die dabei waren.
Drei Initiativen – drei Stimmen, eine Vision
Damit ein Event wie dieses lebendig wird, braucht es Menschen und Organisationen, die an das Gleiche glauben.
• PADOC brachte die Menschen wortwörtlich in Bewegung – Sport als Bindeglied und Einladung zum Mitmachen.
• Viva con Agua füllte den Tag mit Freude, Energie und der klaren Botschaft: Wasser ist ein Menschenrecht.
• Hanseatic Help zeigte, wie konkret und schnell Hilfe sein kann, wenn Logistik aus dem Herzen kommt.
Meine Aufgabe als Fotograf war es, diese drei Strömungen in Bildern zu vereinen. Jede Initiative sichtbar zu machen – und gleichzeitig das Gemeinsame herauszustellen. Genau das verstehe ich unter visueller Story: Vielfalt in Einklang bringen.
Mein Blick durch die Kamera
Als Reportagefotograf versuche ich unsichtbar zu sein. Ich bewege mich zwischen Menschen, beobachte, lausche – und im richtigen Moment halte ich fest, was andere vielleicht übersehen.
Ich erinnere mich an eine Szene: Der Ball fliegt übers Netz, die Spielerin verpasst ihn knapp. Anstatt Ärger oder Frust: lautes Lachen. Die Zuschauer klatschen, Spielerinnen umarmen sich, ein kurzer Augenblick reiner Leichtigkeit. Ich wusste: Dieses Foto erzählt mehr über den Tag als jeder offizielle Schnappschuss.
So arbeite ich auch in Unternehmen: nicht nur die großen, geplanten Momente, sondern die Zwischentöne sichtbar machen. Denn genau dort liegt die Authentizität, die Vertrauen schafft.
Was ich mitnahm
Am Ende des Tages war meine Kamera voller Bilder, aber noch wichtiger: mein Herz voller Eindrücke. Ich saß kurz still am Rand, schaute auf das leere Spielfeld – und spürte, wie besonders dieser Tag war. Keine Show, keine Fassade. Nur Menschen, die sich für andere einsetzen.
Ich nahm nicht nur Fotos mit nach Hause, sondern auch das Gefühl, Teil einer Bewegung gewesen zu sein. Eine Bewegung, die zeigt: Jeder Beitrag zählt. Jeder kann etwas geben. Und wenn man das in Bildern sichtbar macht, wirkt es weit über den Tag hinaus.
Schlussakkord
Für mich war das Charity-Tennis weit mehr als ein Sportevent. Es war eine Lektion in Menschlichkeit, Dankbarkeit und echter Gemeinschaft.
Wenn Menschen zusammenkommen, um Gutes zu tun, entsteht etwas, das größer ist als jede Bühne und jedes Spielfeld. Es entsteht etwas, das bleibt.
Und genau dafür nehme ich meine Kamera in die Hand: um diese Momente sichtbar zu machen – für die Menschen, die dabei waren, und für all jene, die durch die Bilder spüren können, was an diesem Tag möglich war.
Wenn ich Dich mit meiner Fotografie unterstützen darf, denn freue ich mich auf Deinen Kontakt.


