Hamburg und Poreč unser Familien-Urlaub 🙂
Warum die Kamera immer dabei ist
Viele fragen mich: „Kannst du im Urlaub überhaupt mal abschalten?“
Meine ehrliche Antwort: Ja und nein.
Ja, weil ich die Kamera auch mal im Auto lassen kann, wenn wir einfach nur baden gehen. Nein, weil ich selbst ohne Kamera die Welt durch „fotografische Augen“ sehe. Licht, Schatten, Perspektiven – das alles spielt sich ständig in meinem Kopf ab.
Für mich ist Fotografie wie ein zweiter Herzschlag. Sie läuft im Hintergrund, egal ob ich in Hamburg einen Businesskunden porträtiere oder in Kroatien den Sonnenuntergang beobachte
Wie du vielleicht schon in einem meiner früheren Blogposts gelesen hast, bin ich seit Mitte letzten Jahres stolzer Besitzer einer Leica Q3.
Ja, ich habe ins Leica-Regal gegriffen – und nach einigem Abwägen fiel meine Wahl genau auf dieses Modell.
Trotzdem bleibt mein Hauptsystem weiterhin Sony. Die Q3 sehe ich eher als perfekte Ergänzung: kompakt, stilvoll und mit einer Bildqualität, die mich jedes Mal aufs Neue begeistert.
Wenn du tiefer in die Geschichte einsteigen möchtest, warum es so lange gedauert hat, bis eine Leica in meine Fototasche wanderte, dann schau dir gerne diesen Artikel an:
👉 „Leica erst ab 50 Jahren“
Darin erzähle ich, warum ich früher nie zu Leica gegriffen habe – und wie es sich heute anfühlt, endlich eine zu besitzen.Auf unserer Reise hatte ich übrigens nicht nur die Leica Q3 im Gepäck, sondern auch meine treue Begleiterin, die Sony A9 – bestückt mit einem Voigtländer 40mm f/1.2. Eine Kombination, die mir maximale Flexibilität gab: Die Leica für die spontanen, dokumentarischen Momente, die Sony für Situationen, in denen Geschwindigkeit und Präzision gefragt waren.Und weil Fotografie bei uns irgendwie zur Familie gehört, war auch die Fuji X100F dabei – die kleine Kamera meiner Tochter. Für sie ist es ein spielerisches Erkunden, für mich ein schönes Gefühl, ihre Sicht auf die Welt in Bildern zu entdecken.
Auf dem Weg ins Abenteuer – von Hamburg bis an die Adria
Für mich beginnt ein Urlaub nicht erst am Ziel, sondern schon mit der Reise dorthin. Klar, eine Autofahrt quer durch Europa kann lang und manchmal anstrengend sein – doch sie hat auch ihren ganz eigenen Zauber.
Statt nur Kilometer zu zählen, versuche ich unterwegs bewusst hinzusehen und die kleinen Momente einzufangen:
eine Autobahnkirche, die plötzlich wie eine stille Oase zwischen all dem Verkehr wirkt
die spektakulären Tunneldurchfahrten, in denen sich Licht und Dunkelheit im Sekundentakt abwechseln
der erste Blick auf die Alpen, der für jemanden aus dem norddeutschen Flachland einfach überwältigend ist
Genau diese Augenblicke machen die Reise für mich besonders. Sie sind kleine Geschichten am Wegesrand – und als Fotograf habe ich immer das Bedürfnis, sie einzufangen. Manchmal mit der Kamera, manchmal nur im Kopf.
Poreč – unser Basislager in Istrien
Unsere Reise startete in Poreč, wo wir für die Dauer des Urlaubs sozusagen unser „Basislager“ aufgeschlagen haben. Von hier aus ging es für uns zu spannenden Aktivitäten und in wunderschöne Städte, die wir in den kommenden Tagen entdecken durften.
Also, was gibt’s über Poreč zu sagen? Stell dir eine charmante kroatische Küstenstadt vor, die irgendwo zwischen mediterranem Flair und historischen Gassen schillert. Perfekt, um als Unternehmensfotograf nicht nur Urlaubsimpressionen zu sammeln, sondern auch die eigene fotografische Handschrift in neuen Umgebungen weiterzuentwickeln.
Die Stadt liegt an der Westküste der istrischen Halbinsel und hat rund 16.600 Einwohner. Mit etwa 139 Quadratkilometern Fläche ist sie überschaubar, gleichzeitig voller Geschichte und Charme – eine Mischung, die sich perfekt für entspannte Urlaubstage und inspirierende Fotomomente eignet.
Die Spuren der Vergangenheit sind allgegenwärtig: Pflastersteine, die seit Jahrhunderten betreten werden, antike Überreste, die noch immer vom römischen Reich erzählen, und prächtige venezianische Paläste, deren Fassaden Geschichten von Handel, Macht und Kultur widerspiegeln. Dazwischen finden sich kleine Plätze mit Cafés, die zum Verweilen einladen, und bunte Märkte, auf denen frisches Obst, Gemüse und regionale Spezialitäten angeboten werden.
Doch Poreč ist nicht nur ein Museum unter freiem Himmel. Neben all der Geschichte lebt hier ein modernes, mediterranes Leben. Restaurants servieren frischen Fisch und istrische Spezialitäten, in den Boutiquen gibt es eine Mischung aus traditionellem Kunsthandwerk und moderner Mode, und am Hafen spürt man das geschäftige Treiben von Fischern, Ausflugsbooten und Spaziergängern gleichermaßen.
Besonders abends entfaltet die Stadt einen ganz eigenen Zauber: wenn die untergehende Sonne die Mauern in warmes Licht taucht, Straßenmusiker mit ihren Melodien die Gassen erfüllen und die Promenade zum Treffpunkt für Einheimische wie Besucher wird.
Poreč ist eine Stadt, in der Geschichte und Gegenwart nicht nebeneinanderstehen, sondern ineinanderfließen – und genau das macht sie so einzigartig.
Die Baredine-Höhle – ein mystisches Abenteuer
Eine unserer ersten Entdeckungen rund um Poreč war die Baredine-Höhle. Über Jahrtausende entstanden, reicht sie bis zu 132 Meter in die Tiefe. Besucher können die ersten 55 Meter in fünf beeindruckenden Hallen erkunden – und genau das haben wir getan.
Zwischen schiefen Tropfsteinsäulen, einem Kalkstein-Schneemann und einem unterirdischen See, in dem die seltenen Grottenolme leben, fühlten wir uns fast wie in einer anderen Welt. Und das Beste: Die Temperatur bleibt dort unten konstant bei 14 Grad – eine willkommene Abkühlung an heißen Sommertagen und ein spannendes Fotomotiv abseits der Küste.
Ich gebe zu: Der Abstieg in die Baredine-Höhle war ein wenig anders, als ich es erwartet hatte. Schon die enge Schlucht, durch die man hinabsteigt, hat etwas Bedrückendes – fast so, als würde man in eine andere Welt eintreten. Mit jedem Schritt nach unten veränderte sich die Atmosphäre: Die warme Sommerluft wich einer feuchten Kühle, der helle Klang der Oberfläche verwandelte sich in gedämpftes Tropfen und Echo.
Während andere Besucher staunend die bizarren Tropfsteinformationen betrachteten, versuchte ich, dieses Gefühl einzufangen: das Mystische, das Verborgene, das fast Unwirkliche. Jeder Tropfen, der von den Wänden fiel, schien eine Geschichte zu erzählen. Jeder Schatten wirkte wie ein eigener Charakter in diesem unterirdischen Theater.
Natürlich haben wir nicht nur die Höhle besucht – auch das Umfeld hatte eine Menge zu bieten. Zwischen den weiten Feldern, kleinen Dörfern und der typisch istrischen Landschaft gab es so viele Eindrücke, die diesen Ausflug abgerundet haben. Hier konnte man nach dem mystischen Abstieg in die Tiefe wieder durchatmen, die Sonne spüren und das Leben oberhalb der Erde genießen.
Pula – Begegnung mit der Antike
Die Fahrt nach Pula fühlte sich an, als würde man langsam in ein Geschichtsbuch eintauchen. Während Kroatien vielerorts von malerischen Stränden und mediterranem Flair lebt, ist Pula eine Stadt, die Geschichte atmet. Hier trifft das Rauschen der Adria auf Jahrtausende alte Steine, die noch immer ihre Geschichten erzählen.
Das Amphitheater – Herzstück der Stadt
Das Wahrzeichen Pulas ist ohne Zweifel das Amphitheater, eines der größten und am besten erhaltenen seiner Art. Erbaut wurde es im 1. Jahrhundert nach Christus, zur Zeit von Kaiser Vespasian – dem gleichen Herrscher, unter dem auch das Kolosseum in Rom entstand.
Schon von außen beeindruckt der Bau: massive Mauern aus hellem Kalkstein, sechs mächtige Türme, die einst für Seile und Planen genutzt wurden, um das Publikum vor Sonne oder Regen zu schützen. Im Inneren bot die Arena Platz für rund 23.000 Zuschauer. Hier kämpften Gladiatoren um Ruhm und Überleben, wilde Tiere wurden zur Schau gestellt, und die Bewohner der Region kamen zusammen, um sich von den Spielen unterhalten zu lassen.
Spuren der Römer in der ganzen Stadt
Doch das Amphitheater ist nur ein Teil der antiken Geschichte Pulas. Wer durch die Stadt schlendert, begegnet ihr auf Schritt und Tritt:
Der Augustustempel, auf dem Forum, ist dem ersten römischen Kaiser gewidmet und zeigt eindrucksvoll die Eleganz römischer Architektur.
Der Sergierbogen, auch „Goldenes Tor“ genannt, wurde im Jahr 29 v. Chr. erbaut und erinnert an eine reiche und einflussreiche Familie.
Überreste alter Stadtmauern, Tore und Bögen lassen erahnen, wie weit verzweigt das Leben im römischen Pula gewesen sein muss.
Zwischen diesen antiken Zeugnissen pulsiert heute das mediterrane Leben: Straßencafés, kleine Läden und das geschäftige Treiben des Hafens bilden einen spannenden Kontrast zu den stillen Steinen der Vergangenheit.
Pula – eine Stadt der Gegensätze
Was mich an Pula so fasziniert, ist die Mischung: Antike Monumente neben modernen Bars, römische Tempel neben lebendigen Märkten, Geschichte und Gegenwart im ständigen Dialog. Hier wird deutlich, dass eine Stadt nie stillsteht – sie verändert sich, wächst und bleibt dennoch mit ihren Wurzeln verbunden.
Wer Pula besucht, reist nicht nur ans Meer, sondern auch in die Vergangenheit. Die Stadt ist ein lebendiges Museum, aber zugleich voller Gegenwart. Und genau dieser Gegensatz macht sie zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Familienzeit an der Zelena Laguna
Urlaub bedeutet für mich auch: loslassen.
Loslassen vom Alltag, vom Termindruck – und manchmal sogar von der Kamera.
An der Zelena Laguna habe ich genau das getan. Dieses Mal durfte meine Tochter zur Fotografin werden. Mit der kleinen Fuji X100F in der Hand lief sie neugierig los, suchte sich ihre eigenen Motive und drückte voller Begeisterung den Auslöser.
Für mich war es ein Augenblick, der mich tief berührt hat. Nicht die technische Perfektion ihrer Aufnahmen machte ihn so besonders, sondern die Leichtigkeit, mit der sie das Wesentliche einfing: das pure Gefühl.
Kinder halten sich nicht an Regeln, sie hinterfragen nicht, ob ein Bild „richtig“ oder „schön genug“ ist. Sie drücken einfach ab – und zeigen damit ihre ganz eigene Sicht auf die Welt: unverstellt, neugierig und voller Ehrlichkeit.
Genau das hat mir an diesem Tag wieder vor Augen geführt, worum es in der Fotografie wirklich geht: Erinnerungen zu schaffen, die bleiben.
Geburtstagsmomente auf dem Meer
Geburtstage sind immer etwas Besonderes – aber im Urlaub bekommen sie noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Kein voller Terminkalender, kein Alltagsstress, keine Verpflichtungen. Stattdessen nur Zeit, gemeinsame Erlebnisse und der Luxus, den Tag genau so zu gestalten, wie er uns Freude macht.
So war es auch am Geburtstag meiner Tochter. Der ganze Tag war erfüllt von kleinen Momenten, die wir genossen haben – Lachen, Sonne, Strand, ein Stück Kuchen. Doch wir wollten diesen Tag nicht einfach ausklingen lassen, sondern ihm ein unvergessliches Finale schenken.
Und so machten wir uns am Abend vom Hafen Poreč auf den Weg hinaus auf die Adria.
Die Sonne senkte sich langsam und tauchte Himmel und Wasser in ein warmes Gold. Ein sanfter Wellengang, der Geruch von Salz in der Luft – und dann plötzlich die ersten Bewegungen am Horizont: Delfine. Es war gar nicht so leicht, sie zu entdecken. Immer wieder verschwanden sie zwischen den Wellen, tauchten kurz auf, um dann sofort wieder abzutauchen. Umso aufregender war jeder einzelne Moment, in dem wir sie erspähen konnten.
Für mich als Fotograf war es eine kleine Herausforderung: das schwankende Schiff, das ständig wechselnde Licht und nicht zuletzt meine Familie, die mich zwischendurch lachend bat: „Papa, kannst du die Kamera mal weglegen?“ Doch genau diese Mischung machte es so besonders.
Am Ende entstanden keine perfekten Aufnahmen – sondern Bilder voller Leben. Bilder, die nicht nur zeigen, wie es aussah, sondern wie es sich anfühlte.
Ein besonderer Abend am Meer – unser Hochzeitstag im Urlaub
Jetzt hätte ich doch fast unseren Hochzeitstag vergessen – ein Tag, der natürlich jedes Jahr fest im Kalender steht. Dieses Mal fiel er genau in unseren gemeinsamen Urlaub. Zum Glück kam mir der Gedanke rechtzeitig in den Sinn.
Nach all den vielen Eindrücken der letzten Tage entschieden wir uns, den Abend ganz bewusst zu zweit zu verbringen. Keine Ausflüge, kein Programm – nur wir. Am Strand wartete die perfekte Kulisse: das Rauschen der Wellen, die Sonne, die langsam im Meer versank, und dieses warme Licht, das alles in Gold tauchte.
Es war einer dieser Momente, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Man schaut sich an, denkt an all die Jahre, die man gemeinsam gemeistert hat, und spürt gleichzeitig die Vorfreude auf alles, was noch kommen darf.
Von Poreč nach Venedig – ein Morgen voller Vorfreude
Um 5:30 Uhr verlassen wir unsere Unterkunft. Noch etwas verschlafen, aber voller Vorfreude, ziehen wir durch die stillen Straßen von Poreč. Die kühle Morgenluft weckt unsere Sinne, während die Stadt langsam erwacht. Am Hafen wartet bereits unser Schiff – bereit, uns in drei Stunden über die glitzernde Adria zu bringen, hin zu einem Ort voller Geschichte, Gassenlabyrinthe und Geheimnisse: Venedig.
Mit Atlantic Lines über die Adria
Unser Veranstalter für diesen Tag ist Atlantic Lines. Schon früh am Morgen legen wir mit einem ihrer Schiffe ab. Drei Stunden Fahrt liegen vor uns – drei Stunden, in denen wir den Blick über das endlose Blau schweifen lassen, den Wind im Gesicht spüren und die Vorfreude wachsen sehen.
Geschichten vom Leben auf dem Wasser
Während der Fahrt erzählt uns die Crew Spannendes über Venedig. Vieles wusste ich schon, doch manches überrascht selbst mich. Dass es in Venedig keine Autos gibt – gar keine – ist bekannt. Aber was es wirklich bedeutet, zeigt sich erst im Detail.
Die Stadt hat ein komplettes Verkehrs- und Versorgungssystem auf dem Wasser:
Schulkinder fahren mit dem Schulboot zur Schule.
Die Feuerwehr rückt mit Löschbooten aus.
Rettungsdienste transportieren Patienten mit Krankenbooten ins Krankenhaus.
Supermärkte, Bauunternehmen und Restaurants werden per Schiff beliefert.
Selbst die Müllabfuhr tuckert mit Booten durch die engen Kanäle.
Mehr als Touristenromantik
Bislang dachte ich, Gondeln seien vor allem ein romantisches Erlebnis für Touristen – und daneben gäbe es vielleicht noch ein paar Wassertaxis. Doch während ich den Erzählungen lausche, begreife ich: Das Leben in Venedig ist weit mehr als Postkartenidylle.
Ach ja – für diesen Tag hatte ich mich bewusst entschieden, nur meine kleine „Freundin“, die Leica Q3, mitzunehmen. Kein großes Equipment, kein schwerer Rucksack – nur eine Kamera, die mich schon oft treu begleitet hat und mich zwingt, die Dinge mit wachem Blick, aber reduzierter Technik einzufangen.
Venedig – die Stadt auf dem Wasser – ist ein Traum. Und doch zugleich eine Herausforderung. Menschenmassen drängen sich durch die engen Wege, die Sonne spiegelt sich grell in den Wellen, und manchmal scheint es, als würde man in einem Meer aus Eindrücken fast untergehen. Aber genau darin liegt ihre Magie.
Am Markusplatz: Hier zeigt sich die ganze Pracht venezianischer Architektur. Der Dogenpalast, die Basilika, die Tauben, die Menschenmenge – alles wirkt wie eine riesige Bühne, auf der Geschichte und Gegenwart zusammentreffen.
Auf der Rialtobrücke: Der Blick auf den Canal Grande ist atemberaubend. Gondeln ziehen vorbei, Vaporetti verkehren wie Busse – und man spürt, dass dieser Wasserweg die Lebensader der Stadt ist.
In den Seitenstraßen: Wer die Seitenstraßen betritt, findet ein Venedig fernab der Touristenströme. Zwischen den Häusern hängen Wäscheleinen, Kinder spielen am Wasser, und plötzlich wirkt die Stadt nahbar und vertraut. Hier offenbart sie ihr stilles, authentisches Gesicht.
Die Sache mit der Gondelfahrt
Für uns stand schnell fest: Eine Gondelfahrt gehört einfach zu einem Venedig-Besuch. Punkt. Doch was wir vorher nicht auf dem Schirm hatten: Die Preise liegen mittlerweile zwischen 90 und 130 Euro – und wer nicht stundenlang warten will, sollte besser vorab online buchen. Das hätten wir wohl ein wenig cleverer planen können. Aber egal: Als wir dann schließlich lautlos durch die engen Kanäle glitten, war jeder Euro vergessen. Dieser Moment, wenn das Wasser gegen die Mauern schwappt, die Gondel sanft schaukelt und die Welt um einen herum langsamer wird, bleibt unvergesslich.
Warum eine geführte Tour in Venedig Gold wert ist
Normalerweise bin ich kein Freund von Reisegruppen – ich erkunde Städte lieber auf eigene Faust. Aber in Venedig war es die beste Entscheidung, eine geführte Tour zu buchen. In kurzer Zeit haben wir die wichtigsten Highlights gesehen, spannende Geschichten gehört und kleine versteckte Ecken entdeckt, an denen wir allein garantiert vorbeigelaufen wären. Und mal ehrlich: In einer Stadt, in der selbst das Navi irgendwann kapituliert, ist ein ortskundiger Guide unbezahlbar.
Am Ende dieses erlebnisreichen Tages kehrten wir müde, aber voller Glück und mit vollen Speicherkarten aufs Schiff zurück. Venedig hatte uns in seinen Bann gezogen – mit einer Intensität, wie sie nur diese Stadt versprühen kann.
Rückfahrt mit Fernweh
Nach sechs Stunden voller Geschichten, Fotomotive und staunender Momente begann die dreistündige Rückfahrt nach Poreč. Das Schiff glitt leise übers Meer, während in meinem Kopf die Bilder des Tages immer wieder auftauchten: das goldene Abendlicht auf dem Markusplatz, das leise Plätschern der Gondeln, das Stimmengewirr in den verwinkelten Gassen.
Und wie es oft auf Reisen ist, kam schon auf dem Rückweg das nächste Fernweh. Kaum war Venedig hinter uns verschwunden, schmiedeten wir neue Pläne: Am Donnerstag wollen wir wieder hinaus – diesmal nicht nach Italien, sondern zu den Inselwelten vor der istrischen Küste.
Rovinj & Vrsar – Farben, Romantik und Geschichte
Unser letzter Ausflug in Kroatien startete in Poreč – und er sollte einer der unvergesslichsten Momente unseres Urlaubs werden. Schon früh am Morgen lag eine sommerliche Wärme in der Luft, die sofort Urlaubsstimmung aufkommen ließ. Das leise Schaukeln der Boote im Hafen, das Rufen der Möwen und der Duft von frisch gebrühtem Kaffee aus den kleinen Cafés an der Uferpromenade waren wie eine Einladung zu einem besonderen Tag.
Unsere Empfehlung wäre der Reiseanbieter Victoria Tours.
Poreč – Geschichte zum Anfassen
Poreč selbst blickt auf eine lange und beeindruckende Geschichte zurück. Die Wurzeln der Stadt reichen bis in die Römerzeit, und noch heute spürt man diesen Hauch der Vergangenheit in den engen Gassen, die vom mittelalterlichen Charme und byzantinischem Erbe geprägt sind. Besonders die Euphrasius-Basilika – UNESCO-Weltkulturerbe und architektonisches Juwel – thront wie ein stiller Zeuge über der Stadt und erzählt leise Geschichten vergangener Jahrhunderte.
Unterwegs auf der Adria
Vom Hafen aus stachen wir mit einem Ausflugsschiff in See. Unser Ziel: eine Fahrt entlang der istrischen Küste nach Rovinj und Vrsar. Kaum hatten wir Poreč hinter uns gelassen, breitete sich vor uns das endlose Blau der Adria aus. Kleine, unbewohnte Inseln tauchten wie grüne Tupfer am Horizont auf, Möwen begleiteten unser Boot, und der warme Fahrtwind brachte eine willkommene Erfrischung.
Rovinj – die „Perle der Adria“
Rovinj begrüßte uns mit seiner unverwechselbaren Silhouette: Die Altstadt schmiegt sich wie eine farbenfrohe Kaskade ans Meer, pastellfarbene Fassaden spiegeln sich im Wasser, und enge Kopfsteinpflastergassen laden zum Erkunden ein. Venezianische Einflüsse sind hier an jeder Ecke sichtbar – sei es in den Gebäuden, den Plätzen oder den kleinen Details an Fenstern und Türen. Kein Wunder, dass Rovinj oft als „Perle der Adria“ bezeichnet wird. Hier könnte man Stunden verbringen, durch Boutiquen schlendern, den Blick von den alten Stadtmauern schweifen lassen oder einfach in einem Straßencafé das mediterrane Leben beobachten.
Schon beim ersten Anblick versteht man, warum Rovinj diesen klangvollen Beinamen trägt. Die Altstadt erhebt sich wie ein malerisches Gemälde aus dem Meer – bunte Fassaden reihen sich dicht an dicht, die schmalen Häuser scheinen förmlich miteinander um Aufmerksamkeit zu wetteifern. Pastellfarben spiegeln sich im glitzernden Wasser, während die Spitze der Kirche der Heiligen Euphemia über allem thront und schon von Weitem sichtbar ist.
Beim Spaziergang durch die engen Kopfsteinpflastergassen verliert man schnell das Gefühl für Zeit. Jede Ecke, jede Tür und jedes Fenster erzählt hier seine eigene Geschichte. Venezianische Einflüsse sind allgegenwärtig: geschwungene Balkone, kunstvolle Fensterbögen und kleine Plätze, die zum Verweilen einladen. Es ist, als ob sich hier Jahrhunderte von Geschichte und mediterranes Lebensgefühl zu einer einzigartigen Atmosphäre verbinden.
Rovinj ist ein Ort, an dem man einfach loslassen kann. Ob beim Bummeln durch kleine Boutiquen und Galerien, beim Staunen über den Blick von den alten Stadtmauern oder bei einem Espresso in einem der charmanten Straßencafés – überall begegnet einem dieses unverwechselbare Gefühl von Leichtigkeit.
Kein Wunder also, dass Rovinj zu den beliebtesten Reisezielen Istriens zählt. Es ist nicht nur ein Ort zum Sehen, sondern zum Erleben. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum man die „Perle der Adria“ nie so schnell wieder vergisst. Auch hier hatte ich „nur“ meine kleine Freundin, die Leica Q3, mit dabei – und sie hat mir wieder einmal bewiesen, wie perfekt sie für solche Momente ist.
Vrsar – die Stadt mit Casanova-Flair
Von Rovinj aus führte uns unsere Reise weiter nach Vrsar – die charmante „Casanova-Stadt“. Giacomo Casanova soll im 18. Jahrhundert gleich zweimal hier Station gemacht haben und schwärmte in seinen Memoiren von diesem Ort. Mit ihren verwinkelten Gassen, alten Steinhäusern und dem Blick über das Meer hat Vrsar bis heute etwas Verführerisches.
Doch diesmal haben wir uns nicht in die Stadtgassen ziehen lassen, sondern den Strand vorgezogen. Die sommerlichen Temperaturen ließen eigentlich gar keine andere Wahl – das glasklare Wasser war einfach zu verlockend. Also ging es direkt ins Meer: schwimmen, abtauchen, die Sonne auf der Haut spüren.
Nachdenkliche Momente nach Kroatien
So wunderschön unsere Zeit in Kroatien auch war – ein Gedanke begleitet mich seither und sorgt für einen stillen, nachdenklichen Moment.
In einer ruhigen Minute stieß ich auf zwei YouTube-Videos, die sich mit der rasanten Entwicklung des Landes beschäftigen – vor allem mit dem wachsenden Tourismus und seinen Folgen für Natur und Gesellschaft. Und plötzlich verband sich das Gesehene mit meinen eigenen Eindrücken.
Gerade im Norden Kroatiens ist die Veränderung unübersehbar. Immer mehr Boote werden tageweise gechartert, Strände künstlich angelegt, ganze Küstenabschnitte umgestaltet – nicht selten zugunsten exklusiver Ferienanlagen.
Der Bauboom ist enorm. Neue Gebäude schießen wie Pilze aus dem Boden, oft im Schnellverfahren, um der steigenden Zahl an Touristen gerecht zu werden. Investoren setzen auf Luxus: Apartments, Resorts, Yachthäfen.
Doch die Kehrseite ist sichtbar. Nach der Hochsaison stehen viele dieser Häuser monatelang leer – wie Geisterhäuser in verlassenen Straßenzügen. Sechs Monate herrscht gähnende Leere, die anderen sechs droht die Region unter dem Andrang zu zerbrechen.
Natürlich bleibt Kroatien ein traumhaftes Reiseziel – mit herzlichen Menschen, einer faszinierenden Kultur und einer Natur, die immer wieder den Atem raubt. Doch genau diese Natur gerät zunehmend unter Druck: steigende Wasserbelastung, überfüllte Strände, und eine wachsende Kluft zwischen dem Alltag der Einheimischen und der touristischen Glitzerwelt.
All das hat mich nachdenklich gemacht. Es erinnert mich daran, wie wichtig es ist, bewusst zu reisen: mit offenen Augen, mit Respekt vor der Umgebung und mit dem Gespür dafür, dass unser Urlaub an einem Ort Spuren hinterlässt.
Gerade als Fotograf spüre ich diese Veränderungen besonders intensiv. Ich beobachte. Ich halte fest. Ich erzähle Geschichten – auch zwischen den Bildern. Hinter der Postkartenidylle verbirgt sich oft eine Realität, die mehr Aufmerksamkeit verdient. Vielleicht liegt genau darin meine Verantwortung: nicht nur das Schöne zu zeigen, sondern auch ehrlich zu dokumentieren, was sich wandelt.
Wenn ich Dich mit meinem kleinen Reise Blog abholen konnte, denn freue ich mich auf Deinen Kontakt.


