KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IM FOTOGRAFISCHEN ALLTAG
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Inhalt

Warum ich mich als Fotograf mit KI beschäftige

Künstliche Intelligenz in der Fotografie

Warum es für mich um Haltung und Menschlichkeit geht

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags, auch wenn wir sie oft gar nicht bewusst wahrnehmen. Sie sortiert Inhalte in sozialen Medien, empfiehlt Filme oder Musik, berechnet Routen im Straßenverkehr und unterstützt uns im Auto beim Bremsen oder Spurhalten. Am Handgelenk überwacht sie Vitalwerte und kann im Ernstfall Hilfe rufen. Für viele Menschen ist KI heute schon ein stiller Begleiter – entlastend, strukturierend, unterstützend, ohne laut zu sein.

Vielleicht war sie genau deshalb für mich lange kein Thema. Weil sie einfach da war. Funktional integriert. Und gefühlt weit weg von dem, was ich mit Fotografie verbinde. Denn Fotografie ist für mich Begegnung, Nähe und Vertrauen. Ein Gespür für Stimmungen und Zwischentöne, für das, was zwischen den Zeilen passiert. Und genau deshalb habe ich mir lange die Frage gestellt, ob Künstliche Intelligenz in meiner Arbeit als Fotograf überhaupt einen Platz hat. Nicht aus Ablehnung gegenüber Technik, sondern aus Respekt vor dem Menschlichen.

Das Titelbild dieses Beitrags greift diesen Gedanken auf. Ich habe einmal bewusst in die Zukunft geschaut und mich gefragt, wie ich mit 69 Jahren aussehen könnte. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Neugier. Aus dem Wunsch heraus zu verstehen, was bleibt, wenn sich Werkzeuge verändern – und was sich vielleicht sogar neu entdecken lässt.

Ein wirklicher Wendepunkt kam für mich mit einem Webinar von Boris Eldagsen. Dort ging es nicht nur um Haltung und Ethik, sondern ganz konkret um Techniken und darum, was mit Künstlicher Intelligenz heute bereits möglich ist. Um neue Bildwelten, Prozesse und visuelle Ausdrucksformen, die sich gerade rasant entwickeln. Gleichzeitig ging es um Einordnung, um Verantwortung und um die Frage, was diese Möglichkeiten für uns Fotografen bedeuten. Wo neue Werkzeuge sinnvoll unterstützen können – und wo es wichtig ist, bewusst Grenzen zu ziehen. Dieses Webinar hat meinen Blick verändert, weil mir klar wurde, dass es nicht darum geht, sich vor KI zu verschließen oder ihr unkritisch zu folgen, sondern sie zu verstehen und daraus eine eigene Haltung zu entwickeln.

Heute weiß ich, die eigentliche Frage ist nicht, ob ich KI nutze, sondern wie bewusst ich damit umgehe.

KI ersetzt keine Kreativität – sie schafft Raum für sie

KI ist für mich kein Ersatz für Kreativität, Erfahrung oder Empathie. Aber sie kann ein Werkzeug sein, ein sehr kraftvolles sogar. Eines, das mir monotone und zeitintensive Aufgaben abnimmt und mir damit etwas zurückgibt, das im Alltag oft zu kurz kommt: Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit. Zeit für Gespräche, für meine Kundinnen und Kunden und für das eigentliche Sehen.

Fotografie ist mehr als Technik

Technisch perfekte Bilder lassen sich heute fast überall erzeugen. Kameras sind schneller, präziser und intelligenter denn je. Auch das ist eine Form von KI, und sie begleitet uns Fotografen schon lange, oft ganz unbemerkt. Aber ein gutes Bild entsteht für mich nicht durch Technik allein. Es entsteht, wenn Menschen sich wohlfühlen, wenn Vertrauen da ist und wenn niemand das Gefühl hat, funktionieren zu müssen. Genau hier liegt für mich der Kern meiner Arbeit – und genau hier sehe ich auch die Grenze von KI. Sie kann Prozesse beschleunigen, aber keine Beziehung aufbauen, kein echtes Gespräch führen und keine Stimmung im Raum spüren.

KI als zusätzlicher Pinsel im Werkzeugkasten

Ich mag dieses Bild sehr. KI ist für mich wie ein zusätzlicher Pinsel. Er erweitert meine Möglichkeiten, aber er malt das Bild nicht allein. Die Entscheidung, das Bauchgefühl und die Verantwortung bleiben bei mir.

Ein persönlicher Blick nach vorn

KI wird bleiben und unseren Alltag weiter verändern, davon bin ich überzeugt. Aber ich glaube genauso fest daran, dass Menschlichkeit, Empathie und Haltung wichtiger werden denn je. Wenn mir KI hilft, Momente besser vorzubereiten, achtsamer zu begleiten und sauberer nachzubereiten, dann ist sie willkommen. Nicht als Ersatz, sondern als Unterstützung.

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Credits: Florian Spieker

Künstliche Intelligenz im fotografischen Alltag

Wie sie mir Zeit für das Wesentliche schenkt

Wenn über Künstliche Intelligenz gesprochen wird, denken viele an große Bilder, neue Technologien oder weit entfernte Zukunftsszenarien. Für mich beginnt KI sehr viel näher. Nicht bei den fertigen Bildern, sondern im Alltag dazwischen. In dem Teil meiner Arbeit, den viele nicht sehen, der aber einen großen Teil meiner Selbstständigkeit ausmacht.

Als selbstständiger Fotograf bin ich nicht nur hinter der Kamera unterwegs. Ich strukturiere Kontakte, beantworte Mails, recherchiere, entwickle Ideen, erstelle Moodboards, plane Inhalte für LinkedIn und arbeite an Blogartikeln. Ich halte Prozesse zusammen, denke voraus und sorge dafür, dass aus Gedanken Projekte werden.

Genau hier erlebe ich KI als Unterstützung. Nicht als Ersatz für Entscheidungen, sondern als Werkzeug, das mir hilft, den Überblick zu behalten, schneller in die Umsetzung zu kommen und meinen Kopf freizuhalten für das Kreative. Sie bringt Struktur in meinen Alltag, ohne ihn zu entmenschlichen, und schafft Raum für das, was Fotografie für mich wirklich ausmacht

Weniger Routine mehr Klarheit

Gerade nach einem Shooting beginnt oft der Teil der Arbeit, den niemand sieht. Bilder sichten, sortieren, auswählen, vorbereiten. Dieser Prozess ist für mich bis heute ein sehr bewusster. Ich sortiere meine Bilder aktuell noch ohne KI. Ich sehe mir jede Aufnahme selbst an, vergleiche Stimmungen, spüre hinein und entscheide, welche Momente tragen und welche nicht.

Natürlich weiß ich, dass Künstliche Intelligenz genau hier unterstützen kann. Sie kann Unschärfen erkennen, Dubletten aussortieren, Serien strukturieren und eine Vorauswahl treffen. Ich kenne diese Möglichkeiten und sehe ihren Nutzen. Trotzdem habe ich mich bisher bewusst dafür entschieden, diesen Schritt selbst zu gehen. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Nähe zum Material. Weil genau in diesem Prozess oft ein zweiter Blick entsteht, ein neues Gefühl für die Serie, eine andere Gewichtung der Bilder.

Gleichzeitig weiß ich aus Erfahrung, dass KI diese Aufgaben übernehmen kann und dass sich dieser Teil meiner Arbeit in Zukunft sehr wahrscheinlich weiter verändern wird. Für mich geht es dabei nicht um entweder oder, sondern um Bewusstsein. Um die Frage, wann Unterstützung sinnvoll ist und wann Nähe wichtiger bleibt.

 

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Ich habe hier bewusst zwei Bilder nebeneinander gestellt.
Der Ursprung liegt bei mir.
Ein Bild ist unverändert, das andere wurde mit Künstlicher Intelligenz weitergedacht.

Was glaubst du welches ist das Original und welches ist KI?

Zeit als größter Gewinn

Der größte Mehrwert für mich ist nicht Geschwindigkeit, sondern Zeit. Zeit, die ich wieder für Gespräche habe. Für Vorbereitung. Für Nachdenken. Für das bewusste Ankommen beim nächsten Projekt.

Wenn mir KI an anderer Stelle zwei Stunden Arbeit abnimmt, dann sind das nicht einfach zwei Stunden weniger Bildschirmzeit. Es sind zwei Stunden mehr Aufmerksamkeit. Für meine Kundinnen und Kunden. Für Ideen. Für Details, die sonst leicht untergehen.

Konstanz ohne Stillstand

Ein weiterer Punkt ist Konsistenz. KI hilft mir dabei, Abläufe sauber zu halten und Strukturen aufzubauen. Nicht um alles gleich zu machen, sondern um eine verlässliche Basis zu schaffen. Die eigentliche Bildsprache, der Stil, das Spiel mit Licht und Nähe entstehen weiterhin im Moment der Aufnahme.

KI sorgt im Hintergrund für Ordnung. Nicht für Gleichförmigkeit

Kontrolle bleibt beim Menschen

Mir ist dabei eines besonders wichtig. KI arbeitet für mich, nicht umgekehrt. Ich kontrolliere Ergebnisse. Ich überprüfe Entscheidungen. Ich greife ein, wenn etwas nicht passt. Dieses Prinzip ist für mich zentral. Technik darf unterstützen, aber sie darf nicht führen.

Fotografie lebt von Wahrnehmung, von Intuition und von Erfahrung. Das kann kein Algorithmus ersetzen.

 

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Was glaubst du bei diesem Bild?

Mein Fazit aus dem Alltag

KI hat meinen Workflow verändert, aber nicht meine Haltung. Sie hat meine Arbeit nicht entfremdet, sondern fokussiert. Sie gibt mir Luft, wo früher Druck war, und Ruhe, wo früher Hektik entstanden ist.

Für mich ist KI kein kreativer Ersatz, sondern ein organisatorischer Begleiter. Einer, der mir hilft, mich wieder stärker auf das zu konzentrieren, was Fotografie für mich ausmacht. Menschen. Momente. Begegnungen.

Künstliche Intelligenz vor dem Shooting

Vorbereitung, Visualisierung und gemeinsames Denken

Bevor eine Kamera in die Hand genommen wird, passiert oft schon sehr viel. Gedanken entstehen, Ideen formen sich, Gespräche werden geführt. Genau hier beginnt für mich ein wichtiger Teil fotografischer Arbeit. Und genau hier erlebe ich Künstliche Intelligenz als leisen Begleiter.

Nicht als Ideengeber im klassischen Sinne. Sondern als Unterstützung dabei, Gedanken zu sortieren, Richtungen sichtbar zu machen und gemeinsam mit meinen Kundinnen und Kunden Klarheit zu entwickeln.

Vorbereitung schafft Vertrauen

Ein gutes Shooting beginnt für mich nicht am Set, sondern lange vorher. In Gesprächen, in Fragen, im gemeinsamen Annähern an ein Thema. Was soll gezeigt werden. Was darf sichtbar sein. Und was vielleicht bewusst nicht.

KI kann mir in dieser Phase helfen, Strukturen zu schaffen. Bei der Recherche, beim Sammeln von Referenzen, beim Ordnen von Gedanken. Nicht um Entscheidungen zu treffen, sondern um den Raum dafür zu öffnen. Vorbereitung bedeutet für mich nicht Kontrolle, sondern Sicherheit. Und Sicherheit schafft Vertrauen.

Visualisierung als Gesprächsgrundlage

Manchmal ist es gar nicht so einfach, Bilder zu beschreiben, die es noch nicht gibt. Worte reichen nicht immer aus. Hier nutze ich Visualisierungen als Hilfsmittel. Moodboards, Skizzen, visuelle Richtungen.

KI kann dabei unterstützen, Ideen greifbarer zu machen. Sie hilft, Stimmungen sichtbar zu machen, ohne sie festzuschreiben. Für mich ist das kein fertiges Ergebnis, sondern ein Gesprächsangebot. Ein gemeinsamer Blick auf Möglichkeiten. Ein Ausgangspunkt.

Das eigentliche Bild entsteht später. In der Begegnung. Im Moment.

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Gemeinsames Denken statt fertiger Konzepte

Was mir in dieser Phase besonders wichtig ist
Ich komme nicht mit fertigen Antworten. Ich komme mit Offenheit.

KI unterstützt mich dabei, schneller unterschiedliche Ansätze zu durchdenken. Varianten zu prüfen. Perspektiven zu wechseln. Aber die Richtung entsteht im Dialog. Mit Menschen, nicht mit Systemen.

Gerade in der Unternehmensfotografie geht es oft um Haltung, um Werte, um das, was zwischen den Zeilen transportiert wird. Das lässt sich nicht automatisieren. Aber es lässt sich vorbereiten. Und genau hier kann KI sinnvoll helfen.

Raum für Intuition

Je besser die Vorbereitung, desto freier kann ich im Shooting selbst arbeiten. Wenn Abläufe klar sind, wenn Erwartungen besprochen wurden, wenn alle Beteiligten ein gemeinsames Bild im Kopf haben, entsteht Raum für Intuition.

Für spontane Momente. Für echte Reaktionen. Für das, was nicht geplant war.

KI hilft mir dabei, diesen Raum vorzubereiten. Nicht um ihn zu füllen, sondern um ihn offen zu halten.

Mein Fazit vor dem Shooting

Künstliche Intelligenz ersetzt keine Idee. Sie ersetzt kein Gespräch. Und sie ersetzt kein Gespür für Menschen. Aber sie kann helfen, Gedanken zu ordnen, Möglichkeiten sichtbar zu machen und Vorbereitung leichter werden zu lassen.

Für mich ist sie in dieser Phase kein kreativer Motor, sondern ein strukturierender Begleiter. Einer, der mir hilft, klarer zu starten, damit ich im Moment freier arbeiten kann.

Künstliche Intelligenz und die neue Rolle des Fotografen

Warum Beratung, Haltung und Verantwortung wichtiger werden

Je mehr Technik im Hintergrund übernimmt, desto klarer wird für mich eine Entwicklung. Meine Rolle als Fotograf verändert sich. Nicht, weil KI mir etwas wegnimmt. Sondern weil sie sichtbar macht, was schon immer den Kern meiner Arbeit ausgemacht hat.

Fotografie war für mich nie nur das Drücken auf den Auslöser. Sie war immer auch Zuhören, Beobachten, Einordnen. Ein Gespür für Menschen, für Situationen, für das, was gezeigt werden darf und was besser im Hintergrund bleibt.

Künstliche Intelligenz verstärkt genau diesen Punkt

Vom Umsetzer zum Begleiter

Technische Perfektion ist heute leichter erreichbar als je zuvor. Kameras, Software und Automatisierungen nehmen uns vieles ab. Das ist gut. Denn es verschiebt den Fokus.

Meine Arbeit beginnt heute noch stärker im Gespräch. In der Frage, was ein Bild leisten soll. Für wen es gedacht ist. Und in welchem Kontext es wirkt. Ich begleite Prozesse, statt nur Ergebnisse zu liefern. Ich denke mit, hinterfrage, ordne ein.

KI kann dabei unterstützen, Abläufe effizienter zu machen. Aber sie kann keine Haltung entwickeln. Sie kann keine Verantwortung übernehmen. Und sie kann nicht spüren, wann ein Bild zu viel erzählt oder zu wenig.

 

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Haltung wird sichtbar

Je einfacher es wird, Bilder zu erzeugen, desto wichtiger wird die Frage nach dem Warum. Warum dieses Motiv. Warum dieser Moment. Warum diese Darstellung.

Haltung zeigt sich nicht in der Technik, sondern in Entscheidungen. In dem, was man zeigt. Und auch in dem, was man bewusst nicht zeigt. KI macht diese Entscheidungen nicht überflüssig. Sie macht sie sichtbarer.

Für mich bedeutet das
Ich muss klarer sein. In meiner Sprache. In meinem Vorgehen. Und in meiner Verantwortung gegenüber den Menschen, die ich fotografiere.

Verantwortung für Bilder

Bilder wirken. Sie prägen Wahrnehmung. Sie schaffen Vertrauen oder zerstören es. Gerade in einer Zeit, in der Bilder immer leichter manipulierbar werden, wächst die Verantwortung derjenigen, die sie veröffentlichen.

Für mich heißt das, transparent zu arbeiten. Herkunft von Bildern ernst zu nehmen. Und offen zu kommunizieren, wie etwas entstanden ist. Nicht aus Angst, sondern aus Respekt.

KI kann Prozesse beschleunigen. Aber sie entbindet mich nicht von der Verantwortung für das Ergebnis

Beratung als Teil der fotografischen Arbeit

Immer häufiger geht es in Gesprächen nicht nur um das Shooting selbst. Sondern um Fragen wie
Was passt zu euch
Was wirkt glaubwürdig
Was fühlt sich stimmig an

Hier sehe ich meine Rolle ganz klar. Als Berater. Als Sparringspartner. Als jemand, der mitdenkt und nicht nur ausführt. KI kann Informationen liefern. Aber Einordnung entsteht im Dialog.

Mein Fazit zur neuen Rolle

Künstliche Intelligenz verändert die Fotografie. Aber sie macht sie nicht seelenlos. Sie verschiebt den Fokus. Weg von Technik. Hin zu Haltung.

Für mich ist das keine Bedrohung, sondern eine Einladung. Klarer zu werden. Bewusster zu arbeiten. Und Verantwortung noch ernster zu nehmen.

 

Künstliche Intelligenz, Grenzen und Transparenz

Warum Bewusstsein und Vertrauen entscheidend werden

Je länger ich mich mit Künstlicher Intelligenz beschäftige, desto klarer wird mir eines. Es geht nicht nur um das, was möglich ist. Es geht mindestens genauso sehr um das, was wir bewusst nicht tun.

KI kann heute sehr viel. Sie kann Bilder erzeugen, verändern, kombinieren. Sie kann Prozesse beschleunigen, Abläufe optimieren und Entscheidungen vorbereiten. Und genau deshalb halte ich es für wichtig, nicht nur über Chancen zu sprechen, sondern auch über Grenzen. Nicht aus Angst. Sondern aus Verantwortung.

Nicht alles, was möglich ist, fühlt sich richtig an

Fotografie lebt für mich von Vertrauen. Menschen geben etwas von sich preis. Sie zeigen sich. Oft verletzlich, oft nah, oft in Momenten, die Echtheit brauchen.

Hier spüre ich sehr deutlich eine Grenze. Nur weil KI etwas erzeugen oder verändern kann, heißt das nicht, dass es für mich automatisch Teil meiner Arbeit wird. Es gibt Bilder, die von Unperfektheit leben. Von dem Wissen, dass dieser Moment genau so stattgefunden hat. Dass nichts hinzugefügt wurde, was nicht da war.

Diese Grenze ist für mich keine technische. Sie ist menschlich.

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Zweifel gehören dazu

Ich halte Zweifel für etwas Gesundes. Gerade in einer Zeit, in der Entwicklungen so schnell voranschreiten. Zweifel bedeutet nicht Stillstand. Zweifel bedeutet Nachdenken.

Ich frage mich
Was erzählt dieses Bild
Was verändert sich durch Eingriffe
Und was geht verloren

KI zwingt mich, mir diese Fragen bewusster zu stellen. Und genau das schärft meine Haltung. Nicht jede Möglichkeit muss genutzt werden. Nicht jedes Werkzeug muss eingesetzt werden.

Transparenz als Qualitätsmerkmal

Je mehr Bilder entstehen, desto wichtiger wird ihre Einordnung. Woher kommt dieses Bild. Wie ist es entstanden. Was wurde verändert.

Für mich wird Transparenz immer mehr zu einem zentralen Qualitätsmerkmal. Offen zu kommunizieren, was fotografiert wurde. Wo bearbeitet wurde. Und wo KI im Spiel war. Nicht, weil ich mich rechtfertigen muss. Sondern weil Vertrauen Klarheit braucht.

Gerade in einer Zeit, in der Bilder immer schwerer einzuordnen sind, wird Offenheit zu etwas Wertvollem. Für Kundinnen und Kunden. Für Betrachter. Und auch für mich selbst.

Verantwortung bleibt beim Menschen

KI ist ein Werkzeug. Aber die Verantwortung bleibt beim Menschen. Bei mir. Bei meiner Entscheidung. Bei dem, was ich veröffentliche und wie ich es einordne.

Ich glaube nicht daran, dass Regeln allein diese Fragen lösen werden. Es braucht Haltung. Bewusstsein. Und den Mut, auch einmal Nein zu sagen. Nicht alles, was technisch möglich ist, passt zu meiner Arbeit. Und das ist in Ordnung.

Mein Fazit zu Grenzen und Transparenz

Künstliche Intelligenz eröffnet viele Möglichkeiten. Aber sie nimmt uns nicht die Verantwortung ab, Entscheidungen zu treffen. Im Gegenteil. Sie macht sie sichtbarer.

Für mich bedeutet das, KI bewusst zu nutzen. Mit Neugier, aber auch mit Klarheit. Mit Offenheit, aber nicht ohne Grenzen. Und mit Transparenz, weil Vertrauen nur dort entstehen kann, wo Dinge nachvollziehbar bleiben.

Damit schließt sich für mich ein Kreis. Von den ersten leisen Berührungspunkten mit KI im Alltag bis zur Frage, wie wir künftig mit Bildern umgehen wollen.

Foodfotografie Hamburg - Sven Schomburg

Credits: Olaf Weiss

Eine persönliche Schlussreflexion

In der Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz ging es mir nie nur um Technik. Es ging um Haltung. Um die Frage, wie ich arbeiten möchte und wie ich auch in Zukunft Fotograf bleiben will, ohne mich selbst zu verlieren.

KI ist für mich kein Bruch, sondern ein Werkzeug. Sie hilft mir, klarer zu arbeiten, strukturierter zu denken und bewusster zu entscheiden. Sie verändert aber nicht das, was mich zur Fotografie gebracht hat. Die Neugier auf Menschen. Die Freude an Begegnungen. Das Gespür für das, was zwischen den Zeilen sichtbar wird.

Offenheit und Skepsis schließen sich für mich nicht aus. Neue Werkzeuge zu nutzen bedeutet nicht, sich ihnen auszuliefern. Und nicht alles zu tun, was möglich ist, ist eine bewusste Entscheidung.

Besonders wichtig ist mir Transparenz geworden. Zu wissen, woher ein Bild kommt, wie es entstanden ist und wofür es steht. Nicht aus Pflicht, sondern aus Respekt.

Wenn ich in die Zukunft schaue, sehe ich keinen Fotografen, der von Technik ersetzt wird. Ich sehe jemanden, der Werkzeuge klug nutzt und trotzdem bei sich bleibt. Der hinschaut, zuhört und Verantwortung übernimmt.

Fotografie bleibt für mich
eine Begegnung
ein Moment
ein gemeinsamer Prozess

KI kann dabei unterstützen.
Aber sie ersetzt nicht das Menschliche.

Wenn du magst, teile gern deine Gedanken zu diesem Artikel mit mir. Mich interessiert sehr, wie du Künstliche Intelligenz erlebst, wo du Chancen siehst oder wo du vielleicht auch Grenzen spürst. Der Austausch darüber ist für mich ein wichtiger Teil dieses Themas.

Ganz liebe Grüße
Sven

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