Leica und der Fischmarkt. Zwei Dinge, die einfach zusammengehören.
Eine Geschichte, die schon länger läuft
Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, kennt vielleicht meinen Beitrag „Leica erst ab 50 Jahren?“ — eine persönliche Geschichte darüber, wie mich diese Marke seit Jahren nicht loslässt. Damals hatte ich mir selbst einen Satz gesagt, der mich noch heute schmunzeln lässt: „Wenn ich 50 bin, kaufe ich mir eine Leica.“ Drei Jahre hätte ich damals noch warten können. Es hat mich nicht so lange gehalten.
Die Leica Q3 mit 28 Millimeter gehört inzwischen zu mir. Und mit ihr hat sich nicht nur meine Arbeit als Fotograf in Hamburg verändert, sondern auch mein Blick auf ein ganz bestimmtes Projekt, das schon eine Weile in meinem Kopf schlummert.
Ein Dokumentarprojekt entsteht
Es gibt Projekte, die entstehen nicht am Schreibtisch. Die entstehen irgendwo zwischen einem Gespräch, einem Morgen am Wasser und dem Gedanken, dass manche Dinge einfach zusammengehören.
Der Hamburger Fischmarkt ist so ein Ort. Laut, lebendig, ehrlich. Ein Stück Hamburg, das seit Jahrhunderten funktioniert. Nicht weil irgendjemand es neu erfunden hat, sondern weil es einfach echt ist. Für mich als Dokumentarfotograf in Hamburg gibt es kaum einen authentischeren Ort in dieser Stadt.
Der Gedanke, der alles veränderte
Als dieses Projekt in meinem Kopf Gestalt annahm, war für mich zunächst klar: Ich fotografiere mit dem, womit ich immer fotografiere. Meine Leica Q3 mit 28 Millimeter, dazu das Sony System. So wie immer.
Dann kam ein Gespräch mit einem guten Kollegen und Freund, dem ich das Grundgerüst des Projektes vorstellte. Und er sagte etwas, das mich nicht mehr losgelassen hat: „Sven, vielleicht solltest du dieses Projekt ausschließlich mit Leica fotografieren. Der Hamburger Fischmarkt ist Tradition. Ist Geschichte. Ist Made in Germany. Und Leica ist genau das auch.“
Ich habe nicht lange überlegt.
Der Weg zur richtigen Kamera
Ich kenne die Menschen im Leica Store Hamburg. Ich habe Kontakt aufgenommen, das Konzept geteilt, und bekam Unterstützung. Dafür bin ich bis heute dankbar.
Den Anfang machte die Leica M11 EV 1 mit einem 50 Millimeter. Eine Kamera mit Geschichte, mit Haltung, mit Charakter. Aber ich muss ehrlich sein: Das manuelle Fokussieren und ich, wir sind noch nicht wirklich Freunde. Ich bin ungeduldig. Ich möchte den Moment so festhalten, wie ich ihn gerade sehe. Und auch wenn der digitale Sucher der M11 wunderbar ist, habe ich gemerkt, dass mein Kopf und meine Hände da noch nicht mithalten.
Also ging es weiter.
Die Leica SL3. Und dieses Gefühl.
Bei meinem letzten Logbucheintrag, Nummer 5 meiner Fischmarkt Dokumentation, hatte ich die Leica SL3 dabei. Mit einem 28–70 Millimeter 2,8 und einem APO 90 Millimeter 2,0.
Was soll ich sagen.
Ich arbeite als Fotograf täglich mit dem Sony System. Und wenn ich ehrlich bin: Technisch gesehen, gerade was den Autofokus angeht, ist das ein himmelweiter Unterschied zur SL3. Die Sony ist für mich ein Arbeitstier. Sie funktioniert. Sie liefert ab. Zuverlässig, präzise, ohne Diskussion.
Aber als ich die SL3 in die Hände genommen habe, spürte ich etwas anderes.
Eine Reduktion. Das ist das Wort, das mir dazu einfällt. Die Menüstruktur auf das Wesentliche reduziert. Die Bedienung klar und ohne Ablenkung. Und dann dieser Sensor — derselbe, den ich aus meiner Leica Q3 kenne — brachial im besten Sinne. Die Farben, die Tiefe, das Gefühl beim Auslösen. Ich weiß nicht, ob ich das in Worte fassen kann. Aber es war da.
Vielleicht kennt das jemand da draußen. Dieses Gefühl, eine Kamera in der Hand zu halten und zu merken: Die spricht eine Sprache, die ich verstehe.
Schweren Herzens musste ich die SL3 heute Dienstag wieder im Leica Store Hamburg abgeben.
Aber ich spüre ein Wiedersehen. Auf jeden Fall.
Was noch kommt
Das Projekt lebt. Es wächst. Fünf Logbucheinträge zur Hamburger Fischmarkt Dokumentation gibt es bereits, und es werden mehr. Dieser Ort hat Geschichten, die erzählt werden wollen. Menschen, die sichtbar werden sollen. Momente, die festgehalten gehören.
Demnächst gibt es mehr.
Hamburger Fischmarkt. Mein Logbuch.
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